Halbfinale, 10.02.2013

Rund zweihundert Zuhörer hatten sich trotz Eiseskälte am Sonntagabend in der Kantine eingefunden, wo sich fünf Bands um die verbliebenen zwei Startplätze im Finale battelten. Drei Formationen haben sich bereits direkt qualifiziert.

Den Anheizer gab das Augsburger HipHop-Trio SICK UND DOPE, die dem Publikum gleich mal ein höchst willkommenes Fitnessprogramm verpassten. Hands und words up, Fans und Zuhörer zeigten sich erstaunlich mitgehfreudig und textsicher. Die Rapper Da Fou und D-Matic nahmen kein Blatt vor den Mund und Sängerin Julie B. steuerte die passenden Back-up-Vocals und Tanzeinlagen für einen kurzweiligen Auftakt bei.

Höchst professionell ging es weiter mit ANION CARVE. Die vier Youngster um Sängerin Meen präsentierten wie schon beim Vorentscheid ein sehr ausgereiftes Set, begleitet von einer großen Fangemeinde. Der souveräne Alternative-Funk-Pop ließ aber auch die alten Hasen staunen, das Quartett ist ein weiteres Beispiel für das hohe Niveau junger Augsburger Musiker.

Eine gewagte Entscheidung haben PRÊK getroffen. Während des laufenden Wettbewerbs den Namen zu wechseln, ist sicher riskant. Doch die früheren Funkastics hatten offensichtlich keinerlei Sicherheitsbedenken und waren mit ihrer energetischen Mischung aus Primus und The Police eine der großen Überraschungen des Abends. Die zum Trio gesundgeschrumpfte Band aus Donauwörth erfüllt auf jeden Fall schon mal alle Voraussetzungen zum Kritikerliebling.

DIE GEGGEN GAGGAS hatten in ihrer langjährigen BdJ-Karriere ja schon so manche Bombe gezündet, doch es war klar, dass die drei Dinkelscherbener im Halbfinale noch eins draufsetzen würden. Selten ist eine halbe Stunde so schnell vergangen, das Comedy-Rock-Feuerwerk zündete wie ne Kiste Prosecco im Mädcheninternat und gipfelte in einer rekordverdächtigen Polonaise, der sich nahezu das komplette Kantine-Publikum anschloss.

Eine denkbar schwere Aufgabe also für die letzte Band des Abends. NATURAL NEEDS hatten noch dazu mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, über den Bass durfte man sich erst ab dem zweiten Song freuen. Egal, das Augsburger Poprocktrio ließ sich nicht verunsichern, zeigte sich fresh und einsatzfreudig und schüttelte reihenweise Ohrwürmer aus dem Ärmel.

Der letzte Ton war verklungen, das letzte Bier bestellt, jetzt war die Jury gefordert. Nach Auszählung der Bewertungsbogen und kurzer Beratung verkündete Moderator Michael Dannhauer die Entscheidung der anwesenden acht Jurymitglieder.

Als Gewinner des Abends wurden DIE GEGGEN GAGGAS und PRÊK gekürt. Die bereits qualifizierten Finalbands sind: ARISING FEAR, DE LA CAVE und YELLOW SCOOP.

Doch damit noch nicht genug der Überraschungen. Der erst zum zweiten Mal vergebene Young Talent Award für Bands mit einem Durchschnittsalter unter 18 Jahren geht an: De La Cave! Eine erstaunliche und erfreuliche Entwicklung, dass sich eine so junge Formation bereits direkt fürs Finale qualifiziert hat. Damit dürfen sich De La Cave jetzt schon als erste Sieger fühlen, unabhängig vom Ausgang des Finales freuen sich die vier jungen Musiker über ein Coachingpaket des Downtown Music Institutes im Wert von rund 600 Euro.

So weit, so gut, kaum eine Ausgabe des altehrwürdigen Wettbewerbs ohne heiße Diskussionen. Besonders die Juryentscheidung zugunsten der Geggen Gaggas sorgte noch am selben Abend für Kontroversen vor und hinter der Bühne. Unzweifelhaft dürfte indes sein, dass mit den Dinkelscherbenern und Prêk die originellsten Bands des Abends das Rennen gemacht hatten.

Alles in allem war’s ein Halbfinale, dass keine Wünsche offen ließ und neben aller persönlicher Präferenzen und Meinungsverschiedenheiten vor allem durch seine musikalische Vielfalt in lebhafter Erinnerung bleiben wird.

Wir sehen uns beim Finale am 28. März im Ostwerk!

Sick und Dope
Anion Carve
Prêk
Die Geggen Gaggas
Natural Needs